Imbolc, Lichtmess oder das Fest der Brigid

 In den kommenden Tagen kommt die Zeitschrift „Damhain Alla“ raus, für die ich in den letzten Ausgaben bereits schreiben durfte. Hier seht ihr meinen Artikel zu der diesjährigen Imbolc Ausgabe.

Die komplette Ausgabe und auch die älteren findet ihr auf der folgenden Seite *klick*

Viel Spaß beim Lesen!!!!

Die Tage werden Anfang Februar merklich länger, die Sonne scheint heller und bekommt langsam ihre wärmende Kraft zurück. Bald ist der Frühling richtig da und die Natur erwacht zu neuem Leben. Frühblüher wie das Schneeglöckchen, die Märzenbecher und die Osterglocken stecken ihre Köpfchen aus der Erde und verkünden damit den Frühling. Auch die Bäume beginnen nun wieder aus ihrem Winterschlaf zu erwachen, bekommen frische Knospen und pumpen ihren Saft aus den Wurzeln durch ihren Stamm bis hin in die kleinsten Astspitzchen, um alles wieder mit Nährstoffen zu versorgen. Und da bin ich auch schon beim Thema: unsere Bäume. Gerade in dieser Zeit kann man ihre wunderbaren Knospen ernten oder auch Blüten von den ersten Sträuchern.

Bei der Birke kann man auch das beliebte Birkenwasser abzapfen, aber seid damit bitte vorsichtig. Bitte bohrt keine Löcher in die Rinde der empfindlichen Bäume. Beim direkten Anbohren wird die wichtige Rinde und das Splintholz verletzt und somit können Schädlinge in den Baum eindringen und er wird krank oder stirbt sogar. Eine Birke ist nicht geizig und sie gibt ihre Schätze gern ab, aber man sollte nicht zu viel nehmen und nicht vergessen sich höflich bei ihr zu bedanken.

Doch wofür ist dieses Birkenwasser eigentlich gut? Es wurde früher bereits als Frühlingskur zum Entschlacken benutzt, zum Haare waschen, als Gesichtstonikum, und und und….

Es ist sehr gesund, denn es enthält sehr viele Nährstoffe und Zucker, die die Birke den ganzen Winter in den Wurzeln gebunkert hat und nun durch ihre Pipeline pumpt, um sich auf das kommende Jahr vorzubereiten, damit neue Blätter wachsen können und die Äste alle mit Nährstoffe versorgt sind. Dieses Wasser wird mit einem solchen Druck durch den Stamm gepresst, dass man es sogar hören kann, wenn man sein Ohr an den Stamm hält und ganz genau hinhört. Doch wie kommt man nun an das Birkenwasser ohne der Birke zu schaden? Am besten ihr sucht euch eine Birke, die nicht allzu jung ist und nicht allzu hoch. Man sollte an einen der Äste gut rankommen. Man bricht dann einfach einen circa fingerdicken Ast am äußersten Ende vorsichtig ab und hält dann die Flasche oder das Gefäß, mit dem man das Wasser auffangen möchte, darunter. Aus der Bruchstelle sollte dann, wenn die Birke so weit ist, das Wasser raustropfen. Das Abbrechen des Astes ist in diesem Fall kein Schädigen des Baumes, denn es ist wie ein Windbruch, den der Baum ja im Laufe seiner Zeit öfter mal erlebt. Die Birke verschließt die Bruchstelle nach einiger Zeit einfach wieder und gut ist. Ein Loch in der Rinde kann sie nicht einfach so schnell wieder verschließen.

Ein zweiter Baum, der uns jetzt im Frühjahr wichtige Zutaten liefert, ist die Pappel. Pappelknospen kann man jetzt im Frühjahr sammeln, einen Ölauszug ansetzen und sie später zu Salben verarbeiten. Die Pappelsalbe hilft bei Entzündungen der Haut, bei Gelenkschmerzen und Verrenkungen bzw. Verzerrungen. Für den Ölauszug benötigt ihr circa eine Handvoll wertvoller Pappelknospen und ein hochwertiges Öl. Die Knospen sind sehr klebrig und wer da empfindlich ist, sollte lieber mit Handschuhen pflücken.

Die Knospen in ein Schraubglas geben und gut mit dem Öl abdecken. Vorsicht! Die Knospen haben einen sehr, sehr intensiven Geruch und können für sensible Nasen eher befremdlich riechen. Aber nein, sie sind nicht schlecht geworden, sondern es riecht wirklich so streng. Das ganze müsst ihr an einen warmen geschützten Ort stellen und gut durchziehen lassen.

Als letzten Baum bzw Strauch möchte ich euch noch die Schlehe vorstellen. Viele von euch kennen wahrscheinlich die sauren Beeren, die ja eigentlich erstmal Frost abbekommen sollten, bevor man sie erntet, um dann leckeren Sirup daraus herzustellen, aber sie hat auch tolle Blüten, mit denen man Schlehenblütenlikör und auch Schlehenblütengelee herstellen kann. Die Schlehe blüht schon im März noch bevor zwei Monate später ihre Blätter nachkommen. Daran erkennt man sie auch. Die Äste haben auch spitze Dornen, also Vorsicht beim Sammeln. Die kleinen Blüten werden behutsam abgezupft, aber bitte nicht so viele, denn dann gibt es im Herbst keine Beeren.

Für den Sirup benötigt ihr:

250g Schlehenblüten

500ml Wasser

450g Zucker

Die Blüten pflückt ihr am besten bei Sonnenaufgang, denn dann steckt der Pollen noch in der Blüte und weicht sie im kalten Wasser ein wenig ein. Anschließend langsam aufkochen und die Blüten vorsichtig aus dem Sud heraussieben und ausdrücken. Den Saft durch ein Baumwolltuch filtern und mit dem Zucker leicht einköcheln lassen, bis er Sirupkonsistenz hat. Anschließend in Flaschen abfüllen, gut verschließen und abkühlen lassen. Für Gelee nehmt ihr einfach den Schlehensaft und kocht ihn mit Gelierzucker ein.

Was gibt es noch zu entdecken, wenn Mutter Erde wieder erwacht?

Es gibt viele frische Kräuter, die sich nun langsam ans Tageslicht durchkämpfen und mit ihren frischen Trieben den Küchenalltag versüßen.

Zum Beispiel sind die frischen Brennnesseln total lecker und unheimlich gesund. Sie enthalten mehr Vitamin C als Spinat und schmecken herrlich frisch als Pesto. Beim Sammeln würde ich euch aber raten, Handschuhe anzuziehen, denn gerade diese kleinen frischen Triebe haben diese gemeinen Brennhaare und nutzen sie auch zu ihrer Verteidigung. Für ein Pesto benötigt ihr ungefähr vier große Hände voll Brennnesseln, Olivenöl, Parmesan und wenn ihr mögt ein paar Nüsse. Alles wie gewohnt zu einem Pesto verarbeiten und schmecken lassen. Ihr könnt es auch gern mit frischen Brombeerblättern, Vogelmiere, Knoblauchrauke (mein persönliches Lieblingskraut) und allerlei anderen Kräutern verfeinern.

Die Knoblauchsrauke schmeckt wie der Name es schon vermuten lässt, wirklich lecker nach Knoblauch. Der Vorteil aber dabei ist, man stinkt nicht so wie beim normalen Knoblauch. Erkennen lässt sie sich auch wunderbar. Wenn ihr im Wald an eine Stelle mit viel Knoblauchsrauke kommt, dann kommt euch der Geruch schon entgegen und wenn ihr euch dann immer noch nicht sicher seid, dann einfach zerreiben und mal dran schnuppern, dann erkennt ihr es auf alle Fälle.

Nur Vorsicht beim Scharbockskraut, das kann man nur bis zur Blüte ernten.

Der Name Scharbockskraut kommt aus der Zeit des Skorbuts, denn Scharbock war der ein anderer Name der Krankheit. Mit seinem hohen Vitamin C Gehalt war es sehr beliebt, denn es war mit das erste was nach dem Winter wächst und richtige grüne Teppiche im Wald bildet. Es hilft gegen die Frühjahrsmüdigkeit und Vitamin C Mangelerscheinungen. Aber Vorsicht, es gehört zu den Hahnenfußgewächsen und sollte nicht in rauen Mengen zu sich genommen werden und nur bis zur Blüte geerntet werden. Diese Gewächse enthalten eine kleine Menge giftiger Scharfstoffe, die nach dem Erblühen vermehrt vorhanden sind. Gut dosiert gibt es dem Wildkräutersalat eine herbe scharfe Note.

Die Vogelmiere ist nicht nur für manchen im Garten ein lästiges Unkraut, sondern auch ein Wildgemüse, dass man das ganze Jahr über ernten kann, bevorzugt aber im Frühjahr bis zum Sommer.

Auch in ihr sind viel Vitamin C gegen die Frühjahrsmüdigkeit enthalten. Sie hat aber auch noch Mineralien und Saponine, die den Stoffwechsel anregen und harntreibend wirkend.

Lasst euch also das frische Grün von Mutter Erde schmecken und genießt die frischen Zutaten mit vielen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen, um gesund und fit in das neue Jahr zu starten.

Bei Fragen rund um das Thema oder auch bei Themenvorschlägen schreibt mir einfach eine Mail an

Silke@madamegaensebluemchen.de

Eure Silke

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